Freiwillige Feuerwehr Fredersdorf-Vogelsdorf

Dauerregen und schlaflose Nächte

Dauerregen und schlaflose Nächte

1. August 2017

Die großen Wassermengen der vergangenen Wochen bescherten unseren Kameradinnen und Kameraden einige Einsätze und damit verbundene schlaflose Nächte und feuchte Socken.

Begonnen hat es mit den ergiebigen Niederschlägen am 29. Juni. Es regnete bereits den gesamten Nachmittag und gegen Abend liefen die ersten Keller voll. Die Kanalisation konnte die Regenmassen nicht mehr aufnehmen und drückte Wasser und Abwasser zurück auf die Straßen und in die Häuser.

Der erste Alarm ging an den Löschzug Fredersdorf-Nord. Die Altlandsberger Chaussee/Ecke Arndtstraße stand unter Wasser. Minuten später kam bereits ein weiterer Alarm. Angesichts der anhaltenden Niederschläge war schnell klar, hier müssen wir uns selbst koordinieren. In Absprache mit der zuständigen Regionalleitstelle Oderland, wurden nun alle weiteren Alarmierungen für unser Gemeindegebiet, in den nächsten Stunden, an den Einsatzleitwagen in Vogelsdorf übermittelt und die Einsatzkräfte der drei Löschzüge von dort aus koordiniert. Zusätzlich wurden die Mitarbeiter des Bauhofs in Dienst versetzt um unsere eingesetzten Kräfte zu unterstützten. Beinahe minütlich trafen Meldungen ein. Da diese nur nacheinander abgearbeitet werden konnten, kam es bei einigen betroffenen Bürgern zu längeren Wartezeiten. Leider stieß das nicht immer auf Verständnis und die Helfer wurden teilweise mit markigen Sprüchen empfangen. Zum Glück war das aber die Ausnahme. Einige Bürger hatten sich zwischenzeitlich auch schon selbst organisiert oder das Wasser war bereits von selbst abgeflossen.

An vielen Stellen mussten wir allerdings tätig werden und unsere Pumpen einsetzten. So konnte, neben der ersten Einsatzstelle in der Altlandsberger Chaussee, auch in der Menzelstraße, der Platanenstraße, der Florastraße, am Aldi-Markt in Fredersdorf-Nord, der Straße Am Rathaus und noch an einigen weiteren Stellen geholfen werden. Am schlimmsten traf es die Buchenstraße, hier war knietief Land unter. Das abgepumpte Wasser musste über eine lange Schlauchleitung entlang der Altlandsberger Chaussee in den Bannerpfuhl gepumpt werden. Auf Grund der Menge des Wassers, dauerte der Einsatz für die dort eingesetzten Kameraden fast die ganze Nacht. Erst gegen 4 Uhr konnten sie müde und völlig durchnässt den Einsatz beenden.

Da solche extremen Wetterereignisse in jüngerer Zeit eher selten bei uns stattfanden, rechneten wir eigentlich nicht damit, so bald schon wieder damit konfrontiert zu werden. Doch der 22. Juli belehrte uns eines Besseren. Der Himmel öffnete seine Schleusen und ca. 120 Liter auf den Quadratmeter gingen auf Fredersdorf-Vogelsdorf nieder. Gegen 18 Uhr gingen die Meldeempfänger für die Kameraden aus Fredersdorf-Nord. Einsatzstichwort „Technische Hilfeleistung Natur“ mit der Meldung „Wasser auf der Altlandsberger Chaussee und in der Buchenstraße“. Wieder drückte hier das Wasser und Abwasser aus der Kanalisation und überflutete Straßen und Keller. Auch die Kameradinnen und Kameraden der Löschzüge Fredersdorf-Süd und Vogelsdorf leisteten erneut Hilfe in den Ortsteilen. Gegen 22 Uhr ließ der Regen endlich nach. Um 1 Uhr waren dann auch die letzten Kameradinnen und Kameraden im Gerätehaus und konnten den Heimweg antreten.

Einen besonderen Dank möchten wir den Anwohnern der Buchenstraße und der Familie Krüger – Raumausstatter aus der Arndtstraße aussprechen, sie kamen auf die nette Idee, die Helfer vor Ort mit Kaffee, Brötchen und Schokolade zu versorgen.

Fazit dieser strapaziösen Einsätze: Auf uns warteten noch etliche Stunden Nachbereitung um die Technik zu säubern und zu trocknen. Circa 70 Schläuche mussten gespült werden, bevor sie zur Prüfung in das Feuerwehrtechnische Zentrum nach Strausberg gebracht werden konnten. Eine Tragkraftspritze der Feuerwehr und zwei Pumpen des Bauhofs haben diesen Dauerbetrieb nicht überstanden und müssen nun ersetzt werden.

Positiv konnte allerdings festgestellt werden, dass der Bauhof der Gemeinde durch seine routinemäßige, gute Pflege der Regeneinläufe an den Straßen und der Durchlässe des Zehnbuschgrabens dazu beigetragen hat, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist.